Vergleich mit früheren Praktiken
angels eines wirklichen Verstehens der Lehre und Praxis der Scientology-Religion wird von Außenstehenden das Auditing hin und wieder mit säkularen Tätigkeiten aus dem Bereich der Psychologie verglichen. In Wahrheit hat Auditing damit und mit anderen ähnlichen Bemühungen nichts gemeinsam.
Auditing ist als religiöse Seelsorge der Scientology-Religion nicht mit anderen Praktiken vergleichbar und wird von der Kirche entschieden von solchen abgegrenzt. Auditing ist im wesentlichen ein Erkenntnis-Prozeß des einzelnen, der den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und ihre Erlösung von den selbstgeschaffenen Verstrickungen beinhaltet, ebenso wie die letztliche Befreiung der Seele aus ihrer Verhaftung bzw. ihrer Identifikation mit dem materiellen Universum. Die Zielsetzung der Kirche und die Motivation des auditierten Preclears ist damit bereits eine ganz andere als bei Therapien irgendwelcher Art.
Die Scientology-Kirche betrachtet auch keinesfalls das Klientel diverser Heilberufe im psychischen Bereich als mögliche Mitglieder. Im Gegenteil filtert sie bei den Bewerbern um Aufnahme in die Mitgliedschaft der Kirche geradezu jene heraus, die wegen psychischer Probleme in psychiatrischer Behandlung sind oder waren und daher in der Regel aufgrund von Psychopharmaka und anderen die Erkenntnisfähigkeit zerstörenden Methoden von dem religiösen Anliegen in Scientology nicht mehr oder nur sehr schwer erreichbar sind.
Vor dem Hintergrund ihrer religiösen Überzeugungen übt die Scientology-Kirche Kritik an den Methoden der genannten Berufe, die aufgrund von persönlichkeitszerstörenden Praktiken dem religiösen Anliegen in Scientology zur Erlösung der menschlichen Seele durch Erkenntnis seiner selbst und seiner Rolle in diesem Universum diametral entgegengesetzt sind.
Sowohl in der Motivation, der Herangehensweise wie auch im Ergebnis unterscheidet sich Auditing daher sehr klar von anderen Bemühungen, die dem Menschen angeblich helfen wollten, sein Schicksal zu verbessern.In der Psychoanalyse zum Beispiel läßt der Analytiker nicht gelten, was die Person ihm sagt, sondern er interpretiert es und bewertet ihren Zustand für sie. Er liest sexuelle Bedeutung in ihre Aussagen und erklärt der Person deren Ängste, was sie nur noch mehr verwirrt und absolut keine helfende Wirkung hat. Im Auditing der Scientology-Kirche werden die Aussagen des Preclears niemals bewertet oder widerlegt; es würde den Auditorenkodex verletzen. Der Preclear wird auch nicht ermutigt, mit seinen Gedanken richtungslos herumzuschweifen, Millionen von Ereignissen in seinem reaktiven Verstand aufzuwühlen und zu restimulieren, in der Hoffnung, auf das richtige zu stoßen.
In der brutaleren Praktik der Psychiatrie wird Zwang und Gewalt (körperliche, chemische oder chirurgische) eingesetzt, um Gedanken und Verhalten eines Menschen zu überwältigen und die Person ruhigzustellen. Hier hat man weder Rehabilitation noch Heilung im Sinn, sondern nur das Ziel, die Person fügsam zu machen. Auditing zielt auf das genaue Gegenteil ab, nämlich auf die Befreiung der Seele von ihren selbstgeschaffenen Verstrickungen, womit ein Gewinn an Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl einhergeht.
Auditing hat auch nichts gemein mit atheistischen Erklärungs- und Lehrmodellen psychologischer Praktiken. Die Verhaltenspsychologie umfaßt hauptsächlich das Studium beobachtbarer Reaktionen auf Reize, wobei man in der Regel versucht, den Betroffenen durch Anlernen bestimmter Verhaltensweisen zu veranlassen, anders mit den Reizen umzugehen. Auch hier geht man nicht auf die ethische und verantwortliche Ursächlichkeit der Person für die Reize und Reaktionen ein. Statt dessen wird ihr eher eingeredet, sie sei Opfer und Spielball der Umwelt. Und auch hier wird die Person in der Regel bewertet und damit in ihrer freien Selbstbestimmung und Erkenntnisfähigkeit beeinträchtigt. In anderen Praktiken wiederum, wie zum Beispiel der Hypnose, wird die Meinung vertreten, Menschen müßten in einen Zustand verminderten Bewußtseins versetzt werden (z.B. Trance), damit dann der Analytiker die Ursache irgendeines Problems für die Person finden könne. Auditing ist das genaue Gegenteil; es soll Menschen aufwecken und durch eigene Erkenntnis bewußt machen, statt sie einzuschläfern.
Andere frühere Bemühungen, dem Menschen zu helfen, versuchten es damit, ihm Moralkodizes oder Verhaltensmaßstäbe aufzuzwingen. Sie erreichten jedoch letztlich keine Verbesserungen, da weder etwas über den reaktiven Verstand bekannt war, noch ein Weg zur Verfügung stand, durch den sich die Person von dessen irrationalen Befehlen befreien konnte.
Auditing unterscheidet sich wesentlich von diesen früheren Praktiken, von denen viele zweifelhaft waren und einige, wie die Psychiatrie, sogar schädlich sind. Im Auditing folgt man einem exakt vorgezeichneten Weg, der zu bestimmten Verbesserungen führt, und nur der Auditierte entscheidet, ob er die erwarteten spirituellen Gewinne erreicht hat oder nicht. Der Preclear und niemand sonst beurteilt, wann er einen Erlösungsschritt erreicht und dadurch bedingt eine Fähigkeit zurückgewonnen oder als Folge davon im Leben ein Hindernis überwunden hat. Der Auditor hilft dem Preclear so lange, bis dieser aus eigener Erkenntnis weiß, daß er es geschafft hat. In Scientology bestimmt weder der Auditor noch sonst jemand, ob der Preclear einen Gewinn hatte, sondern der Preclear weiß das selbst. Da das Ziel des Auditings die Erlösung der Seele und damit einhergehend die Rehabilitierung des verschütteten spirituellen Potentials ist, kann man diese Gewinne auch auf keine andere Art und Weise festlegen.


